Tag 1: Auf der Straße geschlafen und mit Schlangen gekämpft

Jedem Anfang wohnt ein Muskelkater inne, und in jedem Wald liegt Müll.

Die Hängematte hängt :

Einfach zwischen zwei Bäumen mitten auf der Uferpromenade in Hendaye geschlafen. Nicht erlaubt, aber geht. Meine Taktik: sehr offensichtlich (Verkehrsinsel zb.) oder super versteckt (über Augenhöhe zb.) Allerdings waren die Neumondwellen überraschend laut.

Gibt’s nicht auf Airbnb.

LOB der GEGEND:

Die französische Atlantik – Küste ist traumhaft, wenn die Touris weg sind und die SurferInnen kommen, zusammen mit großen Wellen und angenehmem warm windigen Wetter. Die Busse und Bahnen sind günstig und fahren oft und pünktlich und es gibt sehr viele öffentliche kostenfreie öffentliche Toiletten.

Morgens um neun in Hendaye

Hape Zähler : 1

Das ist die Kategorie, in der ich zähle, wie oft ich höre, dass Leute wegen Hape auf dem Jakobsweg sind oder Hape. Heute : 1. Nennen wir den jungen Mann Holger. Er ist einer vom Typ „krampfhaft Kontakt suchend“. Er nachdem er mein Gesicht aus der Herberge erkannt hat) im Restaurant:“Darf ich?“ Ich: „Naja, ich schreibe gerade Tagebuch“. Er: (setzt sich und greift in mein übriges Essen).

DER CAMINO:

Großer Höhenmeter – Überwinde – Tag. Keine Leute. Dafür eine harmlose Schlange die Straße passieren lassen, und alles ist verstreut auf grosser Fläche: unzählige Schmetterlinge, Schafherden im Wald, Rinder auf Wiesen, Kastanien wie Gremlins auf den Wegen, Bambuswäldchen, wilder Minzeduft – und Meerblick hinter jeder Ecke. Morgen mache ich aber konsequent einen Müllsammeltag und dokumentiere das. Denn es nervt, das Pilger so unbewusst durch die Kante laufen. Ist rummüllen eine Art, Unsterblichkeit zu erlangen?

PS: Wie geil bin ich denn?

2 Kommentare zu „Tag 1: Auf der Straße geschlafen und mit Schlangen gekämpft“

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