Tag 33: Meine drei neuen Freunde sind Arschlöcher

Freunde kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Meine heißen seit ein paar Tagen: Regen (huelve), Wind (vento) und Kälte (frio).

Reisegruppe Elend war auch schonmal da. Bestimmt im NOVEMBER.

Aber nachdem ich von der Seite eingeregnet wurde, in knietiefe Pfützen getreten bin, zitternd in der Hängematte geraucht und heute tatsächlich 33 km im Dauerschniesel gegangen bin, sind wir Kumpels. Immerhin sorgt der Wind dafür, dass die Blätter so poetisch von den Bäumen wehen und mir herbstlich ums Herz wird. Das passt zum Ende der Reise, also höre ich Nick Drake wie immer in dieser Jahreszeit, fasse die Gehstöcke ein wenig fester und los geht’s.

Sieht komisch aus, is aber so: Regenponcho, Seidenshorts, Wollunterwäsche und Cheps (Regenschutz für die Schuhe, Gold wert!)

Rostroter Farn, Pilze wohin man blickt, saftig- grüne Wiesen, hellgrüne Flechten… Die Farben und der Weg zum Monasterio de Sobrado entschädigen dafür, die Küste verlassen zu haben.

Ein italienischer Weggefährte kocht sich hieraus (amanita muscaria) gern Tee, ich belasse es beim bewundern.
Eine besonders hübsch verwitterte Ermita (Kapelle) auf dem Weg von Baamonde nach Sobrano

Im Kloster ist viel los, vor allem italienische Radpilger mit Vorliebe für Fertiggerichte bevölkern die Stockbetten. Ja, richtig gelesen, ich schlafe im Kloster. Dauerregen und unter 10 Grad is mir dann doch zu doll mit der Hängematte. Gestern in Baamonde jedoch habe ich jedoch immerhin unter dem Vordach der Herberge geschlafen. War auch besser so, meine MitpilgerInnen wurden von Bettwanzen geweckt…

Bettwanzen, pah! In meine Hängematte kommen nur Kaffee, Kippchen und guter Lesestoff.

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